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Von Missionaren und Widerstandskämpfern

Innere und äußere Motivation bei der Einführung
von Qualitätsmanagementsystemen

Ein QM-System muß, damit es einen Nutzen bringt, nicht nur formal erfüllt werden, sondern es muß wirksam umgesetzt sein. Bei der Einführung von Neuerungen im Unternehmen sollen die Mitglieder einer Organisation nicht nur während einer bestimmten Zeit ein gefordertes Verhalten zeigen, sondern das Verhalten muß durch Überzeugung und Einstellung dauerhaft werden. Bei Einführung von Neuerungen ist dies von Anfang an nicht immer gegeben. Die Verhaltensweisen von Mitarbeitern kann man bei Veränderungsprozessen wie folgt einteilen:

Die Missionare sind von der Richtigkeit der Veränderung fest überzeugt, haben meist aktiv daran mitgearbeitet und versuchen nun den Rest der Belegschaft zu überzeugen und ebenfalls zur aktiven Mitarbeit zu gewinnen. Die Gläubigen sind die ersten, die die Missionare für ihre Ideen gewonnen haben. Sie setzen ihre ganze Arbeitskraft für und im Sinne der Neuerungen ein. Die Lippenbekenner finden Neuerungen 'richtig, wichtig, absolut notwendig', aber auf die Worte folgen keine Taten.

Die Gruppe der Gleichgültigen, Abwartenden und Untätigen macht in jedem Unternehmen die Mehrheit aus. 'Ist alles schon mal dagewesen; ich warte ab bis die Welle wieder vorbei ist; wird sich schon überleben'. Die Widerstandskämpfer arbeiten im Untergrund aktiv gegen den Wandel. Sie sind die großen Meinungsmacher in den Kaffeepausen, auf den Gängen und hinter verschlossenen Türen. Die aufrechten Gegner formulieren ihren Widerstand offen. Sie kämpfen, weil sie überzeugt sind, daß die getroffenen Entscheidungen falsch sind. Die Emigranten haben für sich entschieden, daß sie nicht mehr mitmachen und gehen."

Wie bewegt man in Veränderungsprozessen möglichst viele Vorgesetzte und Mitarbeiter? In Bewegung setzen heißt motivieren. Bei der Qualitätsphilosophie lauten hierbei die Ziele: Motivation der Menschen zu qualitätsbewusstem Denken und Handeln mit Aufrechterhaltung und langfristiger Absicherung dieser Motivation. Man kann zwei Arten von Motivation unterscheiden: Die äußere und innere Motivation.

Die äußere Motivation ist Mittel zum Zweck (Arbeit als Mittel um Geld zu verdienen, Sicherheit zu haben, Anerkennung zu bekommen, etc.). Diese Motivation wirkt als Anreiz durch Erwartung von Vorteilen oder als Druck durch Erwartung von Nachteilen. Sie ist aber nur solange wirksam, wie Anreiz und Druck aufrechterhalten werden. Viele Unternehmen haben ihr QM-System zunächst auf rein äußerer Motivation aufgebaut. Dabei spielten die Hoffnung auf Wettbewerbsvorteile und/oder die Furcht ohne Zertifikat keine weiteren Aufträge mehr zu erhalten eine Rolle.

Immer mehr Unternehmen entschließen sich jedoch zu der Philosophie der vorbeugenden Qualitätssicherung, des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses und der konsequenten Kundenorientierung (auch interne Kunden). Nicht erst Energien durch Nacharbeit verschleudern, sondern arbeiten nach dem Motto "Mach' es gleich richtig". Bei dieser grundsätzlichen Einstellung handelt es sich um innere Motivation. Sie ist eine Einstellungssache. Man ist von der Idee überzeugt, weil man sie als sinnvoll erlebt. Da man die Ergebnisse und Auswirkungen kennt, fühlt man sich dafür auch verantwortlich. Das Verhalten erfolgt bei der inneren Motivation aus der entsprechenden Einstellung.

Die äußere Motivation kann in der Startphase einer Neuerung und später zur Festigung dienen, z.B. durch Auszeichnungen, Weiterbildungen, Prämien, Erfolgsbeteiligungen. Dauerhafte Motivation und wirksame Verhaltensänderungen ergeben sich aber erst wenn auch die innere Motivation erreicht wird. Hierbei sind die wichtigsten Punkte: Information, Zielsetzungen, dezentralisierte Verantwortungen und Vorbild. Realisiert werden diese Punkte z.B. durch Teamarbeit, Projektmanagement, flache Hierarchien (eigenständige Einheiten mit hoher Verantwortung) und in Qualitätszirkel- oder KVP-Gruppen.

Zitate aus: C. Krebsbach-Gnath: "Wandel und Widerstand", Verlag FAZ, 1992

Friedhelm Denkeler

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< siehe auch Artikel:
   Hindernisse bei der inneren
   Motivation und ihre Hilfen

 

Äußere und innere Motivation

 

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